1. Ein Testpunkt prüft genau eine Sache.
Prüft ein Punkt mehrere Dinge gleichzeitig, lässt sich bei einem Fehlschlag nicht sagen, was kaputt ist. Lieber zwei Punkte als einer mit zwei Zielen.
2. Das erwartete Ergebnis muss prüfbar sein.
Prüfbar heisst, zwei Personen kommen unabhängig voneinander zum selben Urteil.
Gut: Die Liste zeigt genau 12 Einträge, sortiert nach Datum absteigend.
Schlecht: Die Liste funktioniert und sieht gut aus.
3. Schritte mit echten Werten, nicht mit Platzhaltern.
Wer den Test wiederholt, soll nichts erfinden müssen.
Gut: Im Feld Firmenname zzMuster AG eintragen.
Schlecht: Einen beliebigen Firmennamen eintragen.
4. Die Umgebung so beschreiben, dass eine fremde Person sie herstellen kann.
Adresse, Konto, Version, Testdaten, Zugangsweg. Alles, was fehlt, blockiert später eine Wiederholung.
5. Das effektive Ergebnis wörtlich festhalten.
Nicht „wie erwartet" schreiben, sondern das, was tatsächlich auf dem Bildschirm stand. Nur so ist der Punkt später noch etwas wert.
Gut: Fehlermeldung „Benutzername oder Passwort falsch", HTTP 401, kein Eintrag im Protokoll.
Schlecht: wie erwartet.
6. Negativfälle gehören dazu.
Ein Testlauf, in dem nur gültige Eingaben vorkommen, beweist wenig. Falsche Eingabe, fehlende Berechtigung, leere Datei, doppelter Eintrag.
7. Die richtige Testart wählen.
Sie bestimmt, welche Angaben später gebraucht werden. Ein Unittest ohne Modul und Funktion ist nicht wiederholbar, ein Integrationstest ohne beteiligte Systeme auch nicht.
8. Belege zeigen den Beleg, nicht den ganzen Bildschirm.
Ausschnitt statt Vollbild, und vor dem Auslösen prüfen, ob im Bild fremde Daten sichtbar sind, etwa Postfächer, Kundennamen oder Zugangsdaten.
9. Ein Fehler ist erst mit erfolgreichem Wiederholungstest behoben.
Ein fehlgeschlagener Test bleibt als ursprünglicher Durchlauf erhalten. Nach einer Korrektur folgt ein Wiederholungstest, und erst ein erfolgreicher Wiederholungstest bestätigt die Behebung.
10. Am Schluss Nacharbeit benennen, auch wenn es keine gibt.
Wenn alles bestanden ist, gehört ein Satz dazu, warum keine Massnahme nötig ist. Ein leeres Feld liest sich wie ein vergessenes Feld.
11. Die Ausführungsart steht am Punkt.
Manuell heisst, ein Mensch führt den Punkt aus und trifft das Urteil. Automatisiert heisst, ein Werkzeug führt ihn aus und liefert das Ergebnis. Hybrid verbindet beides, etwa einen automatisierten Lauf mit menschlicher Sichtprüfung.